Bodrum, sagen die wahren Kenner, Bodrum sei nicht Türkei. Bodrum sei ein eigener Kosmos. Spätestens seit große Hotel-Brands wie Mandarin Oriental, Aman oder Six Senses die Halbinsel in der Ägäis entdeckt haben, avancierten das Städtchen und seine malerischen Buchten zur absoluten It-Destination auch für eine durchaus anspruchsvolle Klientel. Aber es muss nicht immer der große Auftritt sein. Dass es auch anders geht, zeigt ein kleines Resort in der mit steinalten Olivenbäumen und duftendem Lorbeer bewachsenen Bucht von Demirbükü. Beinah verschämt versteckt in dichtem Grün, streben die 36 Villen hangaufwärts. Das mit dem Design betraute Istanbuler Architekturbüro Tabanlioglu, bekannt für sein feines Gespür, mit dem es seine Objekte in gewachsene Umgebungen integriert, hat sich für das Bodrum Loft die typischen Dörfern der Ägäis als Anregung genommen. Die minimalistische Architektur folgt dem natürlichen Verlauf der Topografie, Innenhöfe verbreiten wohnliche Atmosphäre, Terrassen öffnen sich zum glitzernden Meer. Dass die Eigner nicht nur ein Händchen für Design haben, zeigen die vielen recycelten Materialien und dass nur knapp ein Drittel des weitläufigen Areals genutzt wurde – Nachhaltigkeit als Programm. Die strengen Linien der zweigeschossigen Villen stehen in gelungenem Kontrast zur üppigen Vegetation aus Olivenhainen, Lorbeer- und Mastixbäumen. Jede Villa verfügt über eine voll eingerichtete Outdoor-Küche samt gemütlichem Essplatz, sollte die Hausgemeinschaft mal selbst kochen wollen. Was aber schade wäre. Denn eine der unbestrittenen Stärken des Bodrum Loft ist seine kulinarische Vielfalt. So serviert Küchenchef Deniz Asan im Loft Elia mediterrane Kost mit regionalen Zutaten unter alten Olivenbäumen. Das traditionelle türkische Fischrestaurant Ters Köse auf einer kleinen Terrasse hoch über der Bucht verwöhnt die Gäste mit dem, was das Meer täglich so hergibt und was die Fischer jeden Morgen anliefern. Ins Paper Moon dagegen pilgern die Feinschmecker. Das legendäre Restaurant, das 1977 in Mailand eröffnet wurde, ist mit einer überzeugenden Dependance vertreten. Hier zaubert der charismatische KüchenRastelli Giuseppe Pressani raffinierteinfache italienische Spezialitäten auf Fine-Dining-Niveau. Am nächsten Morgen treffen sich dann alle einmütig am wohl schönsten Platz des Resorts. Da die Schöpfung hier mit Sandstränden sparte, wurde das Ufer mit Overwater-Plattformen ausgestattet, auf denen sich Sonnenhungrige aalen und Badefreudige stilvoll ins Meer springen können. So ist Bodrum Loft noch immer so etwas wie ein Geheimtipp, auch weil man sich bislang meist um türkische Gäste bemüht hat. Das soll sich jetzt ändern.